Brief des Bürgermeisters Stephan Kersting zum Corona-Virus vom 30.04.2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gemeinde Eslohe!

Als sich vor nur wenigen Monaten abgezeichnet hat, dass sich die Epidemie, die sich zunächst im chinesischen Wuhan ausbreitete, zu einer globalen Pandemie entwickelt, war schnell klar, dass nur durch konsequente Maßnahmen die weitere Ausbreitung verzögert werden kann. Diese Verzögerung der Ansteckungen ist ein entscheidender Schritt, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Indem wir uns alle an die Vorgaben der Bundesregierung und der Weltgesundheitsorganisation halten, können wir jedoch unser Bestes tun, um dieses Worst-Case-Szenario zu verhindern.

Nachdem ich in einem ersten Brief vor mehr als vier Wochen bereits einige persönliche Aspekte dargelegt habe, ist es mir wichtig, meinen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger unserer schönen Gemeinde Eslohe noch einmal zu unterstreichen. Gerade durch das vorbildliche Verhalten unserer BürgerInnen in Bezug auf die schmerzlichen Einschnitte in unseren Rechten ist es bisher gelungen, die schlimmen Folgen der Pandemie für die Gesundheit der Menschen, die in anderen Ländern weiterhin dramatische Ausmaße erreichen, „im Griff“ zu behalten.

Die Einschnitte in fundamentale Rechte und die Vorgaben betreffen insbesondere das konsequente Vermeiden von persönlichen Kontakten zu anderen Menschen außerhalb des eigenen Haushalts. Auch, wenn es schwerfällt, für mehrere Wochen auf Treffen mit Freunden und Familienmitgliedern zu verzichten, sind das bestehende Gebot der Vermeidung von Kontakten und das Einhalten der Abstände aktuell die wichtigsten Maßnahmen, um die Gefährdung soweit es geht zu reduzieren.

Dass der Zusammenhalt in unserer Gemeinde durch die Herausforderung der Corona-Krise sichtbar stärker geworden ist, ist für mich derzeit der schönste Hoffnungsschimmer. Denn so sehr wir jetzt darauf bedacht sind, Abstand voneinander zu halten, so sehr suchen und finden wir Möglichkeiten, wie wir uns gegenseitig helfen und Beistand leisten können.

Nachdem wir hinnehmen mussten, dass auch in unserer Gemeinde viele große Veranstaltungen, zu denen auch die für das Sauerland typischen Schützenfeste gehören, abgesagt wurden, warten wir alle, dass sich neue Perspektiven eröffnen. Am 20. April konnten zum Teil Geschäfte wieder geöffnet werden. Dafür nehmen wir die Maskenpflicht beim Einkauf, im öffentlichen Nahverkehr, in Arztpraxen und anderen öffentlichen Gebäuden gern in Kauf.

Am 23. April konnten die ersten Schülerinnen und Schüler wieder die Schule besuchen. Nichts war wie vor der behördlich angeordneten Schulschließung. Mit großem Aufwand haben Schulleitungen, Lehrerkollegien und Verwaltung die neuen Verordnungen und Maßnahmen umgesetzt, um den Schülern im Schulgebäude einen Lernort zu bieten. – 

Ein erster Schritt auf dem Weg zur Normalität. Am 4. Mai öffnet die Bürger-Service-Stelle der Gemeindeverwaltung – ein weiterer vorsichtiger Schritt auf dem Weg zur Normalität in unserer Gemeinde.

Wir alle sehnen uns nach einem Alltag, den wir kennen, der unser Leben vor der Corona-Krise bestimmte. Jeden Tag hoffen wir auf neue positive Nachrichten und müssen uns doch weiter gedulden. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei all denen bedanken, die gerade in dieser herausfordernden Situation den Dienst an ihren Mitmenschen leisten.

Ob in Krankenhäusern, Arztpraxen, Seniorenheimen, bei der Polizei und Feuerwehr, in der Strom- und Wasserversorgung, der Müllentsorgung und im öffentlichen Nahverkehr, in der öffentlichen Verwaltung, in der Lebensmittelversorgung oder in Sozialeinrichtungen.  Dazu gehören auch die Lehrerkollegien, die mit viel Phantasie den Schülerinnen und Schülern den Lernstoff zu Hause vermitteln.  Nicht vergessen möchte ich die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, deren Handeln oft im Hintergrund geschieht, deshalb aber nicht weniger wichtig oder erwähnenswert ist. Auch im Namen aller Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Eslohe möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen.

Für viele Gewerbetreibende im ganzen Land, aber auch in unserer Gemeinde Eslohe ist die Situation mit großen wirtschaftlichen Problemen verbunden. Bei einigen Wirtschaftszweigen bangen die Betriebe um ihr Überleben. Dahinter stehen bei unseren Familienbetrieben auch große Existenzängste. Ich persönlich kann das sehr gut nachvollziehen und bin, gerade als Bürgermeister einer kleinen Kommune, „ganz nah dran“. Fast jeden Tag führe ich entsprechende Gespräche. Die Hilfe der Gemeinde bei diesen wirtschaftlichen Folgen ist natürlich sehr begrenzt und auch die Gemeinde Eslohe selbst wird die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie noch lange spüren.  Trotzdem muss es weitergehen und es wird auch weitergehen. Der Weg in unsere „gewohnte“ Welt wird leider lange dauern. Eine umsichtige und verantwortungsbewusste Rückkehr braucht weiterhin viel Geduld. Eine sachliche Abwägung der sicher notwendigen Öffnungen bei der Rücknahme von Einschränkungen ist geboten, um Rückschläge bei der Bekämpfung der Pandemie zu verhindern und bereits erreichte Lockerungen nicht zu gefährden. 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch wenn es, je länger es dauert, umso schwerer fällt, bei augenscheinlich kleinen Erfolgen große Einschnitte hinzunehmen, bitte ich Sie eindringlich, Menschenansammlungen zu meiden, die Hygieneregelungen und die Regeln der Schutzverordnungen einzuhalten. Jeder einzelne trägt Verantwortung und zum Erfolg der Maßnahmen bei. 

Ich danke Ihnen ganz herzlich und wünsche Ihnen alles Gute.

Bleiben Sie bitte gesund.

Ihr

 

Stephan Kersting

Bürgermeister