Brief des Bürgermeisters Stephan Kersting zum Corona-Virus

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gemeinde Eslohe,

die Entwicklungen der vergangenen Woche haben uns alle mit einer Situation konfrontiert, die so noch niemand von uns erlebt hat. Das Corona-Virus ist auch im Sauerland angekommen und schränkt unser tägliches Leben in einem Umfang ein, den sicherlich kaum jemand von uns erwartet hat.

Wir erhalten fast stündlich neue Erlasslagen und Anweisungen des Landes Nordrhein-Westfalen, die wir als örtliche Ordnungsbehörde umsetzen und vermitteln müssen.

Das Team im Rathaus und ich als Behördenleiter sind im ständigen Einsatz, um die Situation bestmöglich zu koordinieren. Unsere Aufgabe ist es unter anderem auch, die öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie die Daseinsvorsorge aufrecht zu erhalten. Leben und Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger stehen dabei im Vordergrund.

Spätestens seit der Rede der Bundeskanzlerin an die Nation sollte uns allen klar sein, dass wir die momentane Situation nur in gemeinsamer Solidarität wieder in den Griff bekommen können.

Es tut weh, mit anzusehen, wie touristische und gewerbliche Betriebe schließen müssen und Ihnen somit die Existenzgrundlage entzogen wird. Handel, Handwerk und Gewerbe kommen in große Schwierigkeiten, auch bei uns in unserer Gemeinde Eslohe. Als ehemaliger Unternehmer kann ich diese existentiellen Ängste sehr gut nachvollziehen und habe großes Verständnis für die Sorgen der Unternehmerinnen und Unternehmer! In allen Gremien, Telefonkonferenzen und  mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten setze ich mich dafür ein,  dass die von Land, Bund und Europäischer Union versprochenen Soforthilfen auch tatsächlich schnell und unbürokratisch bei den betroffenen Firmen und somit auch bei allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ankommen.

Schmerzlich ist auch, dass durch Schul- und Kindergartenschließungen sowie das Verbot von Vereinsaktivitäten oder Feierlichkeiten das öffentliche Leben quasi zum Erliegen kommt.

Trotz all dieser Maßnahmen zeigen die weiterhin drastisch steigenden Infektionszahlen, dass es offensichtlich keine andere Alternative zur Unterbrechung der Infektionsketten gibt. Es kommt nun auf jeden Einzelnen an. Jeder von Ihnen kennt die Statistiken, welche die Kapazitätsgrenzen unseres Gesundheitssystems eindrucksvoll vor Augen führen. Ebenso kennt jeder von Ihnen aus seinem persönlichen Umfeld Menschen der sogenannten „Risikogruppe“. Diese Menschen sind keine Zahlen in der Statistik, sondern Familie, Freunde und Bekannte, die nun auf Ihr Verantwortungsbewusstsein und Ihre Solidarität angewiesen sind. 

Ich bin sehr froh, dass in unseren Dörfern schon erste Hilfsangebote für gefährdete Menschen organisiert werden. Dafür schon einmal herzlichen Dank.

Ebenso danke ich Ihnen herzlich für Ihr Verständnis und für Ihre Akzeptanz bezüglich der angeordneten Maßnahmen.

Nur gemeinsam werden wir es schaffen, die aktuelle Situation möglichst gut zu bewältigen.

Mein abschließender und ausdrücklicher Dank gilt insbesondere all denjenigen, die sich momentan trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Miteinander ehrenamtlich wie beruflich einsetzen. Mein ganz persönlicher Wunsch für Sie alle lautet: „Bitte bleiben Sie gesund!“

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bürgermeister

Stephan Kersting